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Klinikum Rosenhöhe
Die Geschichte des Klinikums Rosenhöhe beginnt nicht erst mit der
Grundsteinlegung für die jetzigen Gebäude am 9. September 1965,
sondern schon rund 90 Jahre zuvor.
Zum Gedenken an ihren Vater Friedrich Möller riefen Karl und Theodor
Möller zu Kupferhammer am 31. März 1879 eine Stiftung ins Leben,
die sich der Pflege von Kranken und Altersschwachen widmen sollte. Die
Verwaltung der Möllerschen Stiftung lag in den Händen eines
Kuratoriums, bestehend aus den beiden Stiftern sowie einem Vertreter des
Amtes Brackwede-Isselhorst und einem Geistlichen.
Im September des Jahres 1901 fasste das Kuratorium den Beschluss zur Errichtung
eines Siechenhauses, des "Möllerstifts". Schon am 1. Oktober
1904, ein Jahr nach der Grundsteinlegung, konnte das neue Stift im Bielefelder
Süden feierlich eröffnet werden. Es verfügte über
25 Betten und ein Isolierhaus mit 11 Betten, in dem Patientinnen und Patienten
mit Infektionskrankheiten zur Pflege untergebracht wurden. Die Pflegesätze
betrugen für Sieche und Altersschwache 1 Mark, für Kranke 1,75
Mark. Ein Wirtschaftsgebäude diente der Viehhaltung. 1906 wurde das
Möllerstift gegen eine jährliche Pacht von 5 Mark an die Diakonieanstalt
Sarepta abgegeben, die sich auch um die Ausbildung des Pflegepersonals
kümmerte.
Während des ersten Weltkrieges diente das Gebäude dem Deutschen
Roten Kreuz als Lazarett. Hier wurden die verwundeten Soldaten und Mitglieder
der Gemeinde behandelt. Ein Jahr nach Ende des Krieges übernahm das
Kuratorium wieder die Leitung des Krankenhauses, die geschäftliche
Verwaltung ging auf den Landkreis Bielefeld über. Die Versorgung
der Patienten lag weiterhin in den Händen des Pflegepersonals der
Diakonieanstalt Sarepta, die ärztliche Versorgung übernahm Dr.
med. Günther, der in Brackwede als niedergelassener Arzt praktizierte.
Um den wachsenden Bedürfnissen der zahlreichen Patientinnen und Patienten
gerecht zu werden und die ständigen Überbelegungen zu vermeiden,
beschloss der Kreistag 1928 einen Anbau, der das Haus um 30 Betten erweiterte.
Im Zuge des Anbaus bekam das Stift auch einen modernen Operationssaal.
Weitere Errungenschaften wurden stolz der örtlichen Presse präsentiert,
u.a. eine neue Küche, ein Aufzug, ein Röntgengerät und
eine Notbeleuchtung.
Im Mai 1952 fasste das Kuratorium den Beschluss, das Krankenhaus Möllerstift
unentgeltlich an den Landkreis Bielefeld abzugeben.
Die Bevölkerungsentwicklung im südlichen Teil des Landkreises
Bielefeld, insbesondere der Bau der Sennestadt, erforderte eine verbesserte
Krankenversorgung. 1958 war in einer Krankenhausausschuss-Sitzung des
Kreistages erstmals von einem neuen Krankenhaus die Rede, über dessen
Standort lebhaft diskutiert wurde. Unter anderem kamen das Gelände
des Möllerstifts selbst und das heutige Berufsschulgelände an
der Rosenhöhe in Frage. Als Baron von Spiegel die benötigte
Fläche für den Neubau aus seinem Grundbesitz an den Landkreis
Bielefeld veräußerte, erledigte sich die Standortfrage von
selbst.
Die Planung konnte beginnen. Die Architekten Kopp und Gielen aus Bremen
gewannen den ausgeschriebenen Wettbewerb und erhielten 1962 den Auftrag,
auf dem heutigen Gelände das neue Kreiskrankenhaus mit Schwestern-
und Personalhäusern zu bauen.
Im September 1965 wurde der Grundstein gelegt. Knapp 4 Jahre später,
am 28. Mai 1969 nahm der leitende Chefarzt Dr. med. Hans Meyran bei der
festlichen Einweihung des Kreiskrankenhauses Senne I den "goldenen"
Schlüssel in Empfang. Eine Woche später wurden die ersten Patientinnen
und Patienten aus dem Möllerstift in das neue Gebäude verlegt.
Das neue Krankenhaus hatte mittlerweile 215 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Durch den Arbeitskräftemangel in allen krankenhausspezifischen Berufsgruppen
konnte das Haus zunächst nur teilweise belegt werden. Weitere Neueinstellungen
ermöglichten jedoch schon bald die Belegung von 240 Betten.
Im Januar 1971 nahm der hauseigene Kindergarten die Arbeit auf, in dem
vorwiegend die Kinder des Pflegepersonals betreut wurden. 1976 wurde die
Einrichtung als reiner Betriebskindergarten aufgegeben und in die Verantwortung
des Jugendamtes der Stadt Bielefeld übergeben.
Nach Auflösung des Landkreises Bielefeld ging das Kreiskrankenhaus
Senne I 1972 in die Trägerschaft der neuen Stadt Bielefeld über.
1975 wurde es umbenannt in "Städtische Krankenanstalten Bielefeld-Rosenhöhe".
1978 begann man mit dem Bau einer Intensivstation. Duch die Stationierung
eines Notarztwagens an der Rosenhöhe wurde ab 1985 die notärztliche
Versorgung des Bielefelder Südens sichergestellt. Nach aufwendigen
Umbau- und Sanierungsmaßnahmen zeigte sich die "Rosenhöhe"
1991 in einem neuen Gewand.
Patientencafé und Friseursalon wurden neu eröffnet, die Außenanlagen
teilweise erneuert und der Patientengarten bekam ein Außencafe.
Seit dem 1. Januar 1997 bilden das Klinikum Rosenhöhe in Brackwede
und das Klinikum Mitte zusammen die Städtischen Kliniken Bielefeld
gem. GmbH.
"Die Rosenhöhe", wie sie von der Bielefelder Bevölkerung
kurz genannt wird, übernimmt seit dem 15. April 2005 auf dem Gebiet der Augenheilkunde rund um die Uhr die Notfallversorgung
aller Erkrankungen des hinteren und vorderen Augenabschnittes für den gesamten Bereich Ostwestfalen.
Idyllisch am Hang des Teutoburger
Waldes gelegen, bietet das "Krankenhaus im Günen" eine
familiäre Atmosphäre, in der sich die Patientinnen und Patienten
gut versorgt wissen.
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